Ich bin auf eine interessante Studie des Sportwissenschaftlers Prof. Jim McKenna von der britischen Leeds Metropolitan University gestossen, die nachweist, dass mehr Bewegung am Arbeitsplatz und während der Arbeitszeit durchaus im Sinne des Arbeitgebers sein kann: Diese Untersuchung ergab, daß mindestens 65% aller getesteten Mitarbeiter bessere Leistungen erbrachten und deutlich ausgeglichener waren, wenn sie während des Arbeitstages einfache sportliche Übungen und Bewegung getrieben hatten. Die Ergebnisse des Forschungsprojektes an der University of Bristol belegen, dass die 210 in der Hauptsache im Sitzen arbeitenden Teilnehmer des Studie nach einem Bewegungsprogramm (Aerobic-, Yoga- und Stretchingübungen) nicht nur mental besser drauf waren, sondern auch und vor allem Ihren Job bessser erledigt gekriegt haben.
Gestestet wurden: die Fähigkeit, zeitkritische Aufgaben zu lösen, mehr Aufgaben zu bewältigen, die eigene mentale Belastbarkeit und die zwischenmenschliche Performance (der Begriff “Interpersonal Performance”beschreibt wohl die Fähigkeit mit Kollegen klarzukommen). Laut Professor McKenna waren die Ergebnisse umwerfend (striking)! Eine so starke Verbesserung der Produktivität in Folge von mehr Bewegung hatten die Forscher nicht erwartet. Erstaunlich war auch, dass alle Teilnehmer des Bewegungsprogramms schon vorher gedacht haben, dass sie gut in ihrem Job sind. Erwartungsgemäß und nachgewiesenerweise hat sich durch die Bewegung ihre Laune verbessert. Die Leistungssteigerung überstieg dagegen bei weitem alle Erwartungen! Mehr Bewegung am Arbeitsplatz generell und Bewegungsübungen machen laut McKenna damit wissenschaftlich nachgewiesen betriebswirtschaftlich Sinn: weniger Fehlzeiten, höheres Leistungsvermögen und entspanntere und tolerantere Beziehungen zu den Kollegen.
Ich hab es immer gewusst, aber jetzt hab ich es mal wieder schwarz auf weiss und fahre sofort meinen Steh-Sitz-Tisch auf Stehhöhe, recke und strecke mich kurz und nähere mich mit signifikant erhöhter Toleranzschwelle meiner geschätzten Kollegin am Nebentisch…
2 Antworten bis jetzt ↓
1 Muffel // Feb 27, 2009 at 10:31
Der Büromensch im Focus der Wissenschaft
Die oben genannte Studie bringt einiges, was man schon vorher wenigstens geahnt hatte, aber so sind wir Menschen nunmal: wir glauben es erst und besonders gern, wenn Versuchsleiter Versuchskaninchen in Versuchsaufbauten sperren und darüber ordentlich Listen geführt haben, in denen bislang wachsweiche Fakten zu betonharten Zahlen gerinnen…
Was mir am Besten gefallen hat, ist der Begriff “interpersonal competence”. Ich möchte vorschlagen, diese büroergonomisch-wissenschaftliche Begriffswelt weiter zu verfeinern und um einen “Muffeligkeitskoefizienten” zu erweitern. Die dazugehörige Skala geht dabei von 0 bis 10. Unterschieden werden muss zwischen der eigenen Muffeligkeit und der Muffeligkeit der Kollegen. Zwei Werte, die sich im Büroalltag durchaus potenzieren können und zu einem dramatisch hohen und kontraproduktiven Gesamtmuffeligkeitskoefizienten führen können. Aber das ist nur eine Hypothese und müsste selbstverständlich erstmal in einer groß angelegten Studie untersucht werden…
funny old world!
m/
2 hans // Mrz 6, 2009 at 08:20
Super Artikel, mehr davon:
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